In Handlung kommen
Aus der Blockade in die Handlung: Wie du startest – und was dich wirklich weiterbringt
April 2026
Es ist Montagmorgen. Dein Kalender ist voll: Sitzungen, Deadlines, dringende Anfragen. Die To-do-Liste wächst, während die Zeit schrumpft. Und dann sind da noch die «Altbekannten» auf der Traktandenliste – Themen, die immer wieder auftauchen, weil Fakten fehlen, Zuständigkeiten unklar sind oder Diskussionen im Kreis laufen.
Frage an dich: Wo liegt deine Chance, hier etwas zu bewegen?
Die Ausreden-Falle: Warum wir nicht handeln
«Wenn ich nur mehr Zeit hätte …»
«Wenn das Budget da wäre …»
«Wenn die anderen endlich mitziehen würden …»
Diese Sätze sind keine Gründe – sie sind Ausreden, die uns im Hamsterrad des Alltags festhalten. Denn: Es gibt keinen perfekten Moment. Erfolgreiche Menschen und Organisationen handeln nicht, weil alle Bedingungen ideal sind, sondern weil sie Potenziale erkennen und nutzen – auf allen Ebenen: als Individuum, als Führungsperson, als Team. Doch wie? Die Antwort liegt im Tun und Bewusstsein: Kleine Schritte bewirken mehr als grosse Pläne und detaillierte Konzepte.
Der erste Schritt: Blockaden sichtbar machen
Theorie und Praxis sind oft zwei verschiedene Welten. Nur durch Handeln sammeln wir Erfahrung – und gewinnen Sicherheit für schnellere, souveränere Entscheidungen. Bevor du handelst, ist es wichtig, dass du verstehst, was dich bremst, in welchem Kontext du dich bewegst.
Nimm dafür ein Blatt Papier oder gestalte eine einfache Tabelle am Bildschirm - je nach Anzahl Aufgaben macht es Sinn, die Tabelle nach Monat, Tag, Aufgabe, ev. auch Verantwortlichkeit oder weiteren Informationen zu strukturieren - und beantworte folgende Fragen:
- Welche Aufgaben wiederholen sich bei dir? Pro Tag. Pro Woche. Pro Monat. Pro Jahr?
- (Hier zählen auch wiederkehrende Aufgaben, die scheinbar nicht planbar sind, z.B. die Suche nach Dokumenten, Anfragen von der Abteilung X zum Thema Y)
- Wann sind die Aufgaben planbar?
- Gleiche die Aufgaben mit deinem Kalender, deinem Stellenprofil, deiner Ablage etc. ab und ergänze sie
| Häufigkeiten | Aufgabe | Verantwortlichkeit | Planbar |
| Täglich - tagesfertig | Mails und Fragen aus dem Team beantworten | Leitung Facility-Management | nein |
| Ca. alle zwei Montae – jeweils auf GL-Sitzung | Reporting für GL zusammenstellen und vorab schicken | Leitung Facility-Management | ja |
| Wöchentlich |
Stichkontrolle Reinigung |
Leitung Facility-Management | ja |
| Täglich | Kontrollrundgang Gebäude | Hauswartung | ja |
| Täglich | Zuteilung und Abarbeitung Tickets und Fehlermeldungen - tagesfertig | Leitung Facility-Management | ja |
| Sofort ad hoc | Beheben Sicherheit relevanten Massnahmen (z.B. defekte Türen etc.) | Leitung Facility-Management | nein |
Im Anschluss erstellst du eine weitere Tabelle, um detaillierter herauszufinden, wofür du Zeit investierst. Eine mögliche Struktur dieser Tabelle könnte sein «Erfassungsdatum, Thema, Beschreibung Fehlleistung, Quelle». Dann erfasst du täglich immer wieder Themen, die dir aufgrund folgender Kriterien auffallen:
- Was stört dich immer wieder in deinem Arbeitsalltag?
- Welche Fehler oder Ineffizienzen erkennst du aufgrund von Reklamationen und Hinweisen?
- Tipp: Sammle diese Punkte über mehrere Wochen. Unser Gedächtnis ist selektiv – was vor einem Monat passierte, ist oft schon vergessen.
| Erfassungsdatum | Thema | Beschreibung Fehlleistung |
| 12.4.2026 | Defekte Türe | Türe lässt sich trotz Verschluss durch elektronisches Schliesssystem mit einem scharfen Gegenstand öffnen |
| 23.04.2026 |
Organisation Lager |
Fehlende Beschriftung – Werkzeuge sind immer anders versorgt |
| 02.05.2026 | Vertragsmanagement |
Servicevertrag mit Firma XX nicht auffindbar |
Und jetzt? Woran erkennst du, wo deine Zeit bleibt und wo Potenziale liegen? Fang mit kleinen Schritten an und notiere die Fehlleistungen systematisch: Setze dir einen Reminder, um festzuhalten, was dich stört – über mehrere Wochen. Ergänze parallel dazu deine Aufgabenübersicht. Nach 4-6 Wochen analysiere die Fehlleistungen: Gibt es Muster? Häufigkeiten? Sind die Ursachen klar – oder fehlen Details? Du wirst sehen, dieser erste Schritt hilft dir, mehr Klarheit über deine Aufgaben, Rollen, Abhängigkeiten und Zeitfresser zu erhalten. Für dich, dein Team, deine Abteilung. Und die Faktenlage schafft Argumente, zeigt Potentiale auf und Handlungsspielraum.
Der nächste Schritt: Handeln statt warten
Die gute Nachricht: Du musst nicht alles allein schaffen. Ja, der wichtigste Faktor bist du – und deine Bereitschaft, den ersten Schritt zu machen. Werde dir bewusst, was in deinem Handlungsspielraum läuft. Dann wird klar, was du brauchst:
- Eigenrecherche? Hole dir das notwendige Wissen.
- Weiterbildung? Ein kompakter Lehrgang kann Impulse setzen.
- Sparring? Gezielte Prozessbegleitung bringt Klarheit.
- Inspiration? Der mitPlan-Blog liefert dir regelmässige Denkanstösse.
Die Welt ändert sich nicht über Nacht. Doch schrittweise können Berge versetzt werden.
Was ist deine grösste Blockade – und was wirst du diese Woche tun, um sie zu überwinden? Teile es mit uns – per LinkedIn oder an bettina.freihofer@mitplan.ch.
Text: Bettina Freihofer Estrada
Bettina Freihofer Estrada begleitet seit über 15 Jahren Menschen und Organisationen in ihrer gemeinsamen Potenzialentwicklung. Für glückliche Menschen und zukunftsfähige Organisationen.



